2009 Wetering

 
 
Bericht der 21. Ferienfreizeit nach Wetering
 
Thema diesmal - die sieben Weltwunder 
Wie schnell die Zeit doch vergeht. Haben wir uns nicht eben erst auf dem Kirchplatz getroffen, den Bus beladen und sind losgefahren? Haben wir uns nicht gerade erst in ein großes Abenteuer gestürzt, wovon wir noch nicht wussten, was auf uns zukommt? Haben wir nicht gerade noch neue Kinder kennengelernt, mit denen wir nun Freunde sind? Gut, der ein oder andere wusste grob was auf ihn zukommt, aber so richtig?
Und so haben wir dann jeden Tag ein anderes der 7 antiken Weltwunder kennengelernt. Von dem Koloss von Rhodos, dem Grabmal des Mausolos und dem Leuchtturm von Pharos über die Hängenden Gärten und dem Tempel der Arthemis, sowie der Zeus Statue bis hin zu den Pyramiden von Gizeh. Jeden Tag ein neues Abenteuer, dass uns vor immer neue Herausforderungen gestellt hat, die wir aber immer gemeistert haben. Blicken wir doch mal kurz zurück:
Am Samstag, den 10. Oktober ging es los. Nach einer recht zügigen Fahrt sind wir wohlbehalten in Wetering angekommen. Trotz Regens mussten Bus und Hänger ausgeräumt werden, was jedoch durch die tatkräftige Unterstützung aller kein Problem war. Nachdem die Zimmer eingerichtet waren, ging es los die Umgebung des Hauses zu erkunden. Wie wir feststellen mussten, gab es in Wetering eine Reihe Häuser (im wahrsten Sinne des Wortes), die von beiden Seiten entlang einer Gracht gebaut waren. Um die Häuser herum gab es ansonsten noch jede Menge Wiesen und Felder, auf denen vereinzelt Schafe und Kühe zu finden waren. Das war´s! Und das Grabmal des Mausolos, welches Thema des ersten Tages war, ließ sich leider auch nirgends entdecken. Obwohl es nicht allzu viel zu gucken gab, wurde der Spaziergang durch viele lustige Spielchen dennoch zu einem echten Erlebnis. Und als ob der Tag nicht schon anstrengend genug war, wurde am Abend bei Extreme Activity von den Kids noch einmal alles abverlangt. So konnten sie auf unterschiedlichste Art und Weise ihre kommunikativen Fähigkeiten unter Beweis stellen, bevor sie müde und erschöpft ins Bett fielen.
Der Sonntag begann, wie die folgenden Tage auch, mit unserem Klassiker „Guten morgen Sonnenschein“ über das Lagerradio. Nach einem reichhaltigen und leckeren Frühstück am Morgen ging es direkt mit dem ersten Spiel weiter – „Beim Zeus!“ Hierbei ging es darum, die meisten und größten Tempel zu bauen. Gewonnen hatte am Ende, wer am meisten Besitztümer und Geld hatte. Schade nur, wenn man zwischendurch alles verzockt hatte und somit leider nicht gewinnen konnte, oder Laura? Nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause (die eigentlich eher die Betreuer als die Kinder brauchten) ging es mit dem nächsten Spiel weiter, einem Rennquiz. Und obwohl es zwischendurch geregnet hatte und die Betreuer ärgerlicherweise sehr weit auseinander saßen, hielt sich das Gemecker wiedererwartend doch in Grenzen und der Großteil hatte auch jede Menge Spaß. Am Ende hatte die Mannschaft gewonnen, die am Meisten über die Pyramiden von Gizeh und andere Sachen wusste. Wie es sich für einen Sonntag gehört, durfte natürlich auch ein kleiner Wortgottesdienst nicht fehlen, in dem wir uns über die „Schritte des Friedens“ und wie wir diese am besten gehen können, Gedanken gemacht haben.
Am darauffolgenden Montag konnten wir den olympischen Gedanken, „Dabei sein ist alles“ weiter prägen. Nur das wir nicht in einer ausverkauften Arena unsere Disziplinen bestritten haben sondern relativ alleine auf einer Wiese. Lediglich ein paar Kühe, die Tags zuvor noch die Wiese bewohnt haben, schauten vor sich hin kauend dem Treiben zu. Wahrscheinlich haben sie sich innerlich auch wahnsinnig über unseren permanenten Hindernislauf um ihre zurückgelassen Stoffwechselprodukte amüsiert. Und wer nicht richtig aufgepasst hat, der ist leider auch rein getreten, oder war es sogar gefallen, Christine? Trotz der erschwerten Bedingungen konnten die unterschiedlichen Wettbewerbe wie Bogenschießen, Kricket, Menschenkegeln, Creme-Pacour-Lauf oder Große-Hose-Rennen regelkonform durchgeführt werden. Anschließend konnten wir noch eine Runde „Ultimate Frisbee“ spielen, was sich jedoch aufgrund starken Seitenwindes und den zahlreichen Kanälen um die Wiese herum als sehr schwierig heraus stellte. Mehrfach konnte die Frisbee durch waghalsige Menschenketten aus den Kanälen gefischt werden.
Der Dienstag begann für uns schon eine halbe Stunde (die morgens auf einer Ferienfreizeit sehr wertvoll ist) früher. Der Grund war unser Tagesausflug in die nächst größere Stadt, ok, besser Städtchen Steenwijk. Wie wir als Stadtmenschen leider feststellen mussten, bedeutet Nahverkehr nicht überall das gleiche. So setzte der ortsansässige Nahverkehr auf der Strecke von unserem Haus bzw. 2 km davon entfernt nur Busse für maximal 20 Personen und das nur einmal pro Stunde ein. Also fuhren wir etappenweise mit den Autos dorthin und vertrieben uns die Wartezeit bis alle da waren mit Bummeln durch die Stadt, äh sorry, Städtchen. Als alle angekommen waren konnte dann die Stadtrally beginnen, die im Wesentlichen aus zwei Teilen bestand. Zum einen mussten verschiedene Stationen in Steenwijk angelaufen werden, an denen es Aufgaben zu erfüllen galt und zum anderen hatte jede Gruppe einen Kugelschreiber bekommen, den sie versuchen sollten mit Passanten oder in Geschäften einzutauschen, um etwas wertvolleres zu erhalten. Besonders dieses „Tauschgeschäft“ bereitete allen Gruppen sehr viel Spaß.
Der zweite Tagesabschnitt begann schließlich mit dem Spaziergang zum etwas außerhalb liegenden Schwimmbad. Dort angekommen wurde zunächst einmal der allgemeine Hunger mit dem von der Küche vorbereiteten Essen gestillt. Anschließend ging es mit alle Mann hinein ins Schwimmbad und endlich ins kühle Nass. Und wer hätte das gedacht, hatten wir doch tatsächlich das ganze Schwimmbad mit Strudel, Wasserrutsche und Whirlpool für uns ganz alleine. Natürlich konnten wir uns so nach Herzenslust austoben, was allen jede Menge Laune gemacht hat.
Das Thema Wasser beschäftigte uns auch am darauffolgenden Mittwoch weiter. Nachdem wir Tags zuvor im wohl temperierten Schwimmbad gebadet haben, sollte an diesem Tag genau das unbedingt in der kalten Gracht vermieden werden. Und so galt es, mit technischem Verständnis und handwerklichem Geschick, ein schwimmfähiges Floß zu bauen. Aufgeteilt in zwei Gruppen begannen zunächst die Mädchen die bereitgestellten Fässer, Balken und Taue so miteinander zu verbinden, dass sie mit dem entstehenden Gebilde eine Runde über die Gracht paddeln konnten. Nach anfänglichen Fehlentwürfen gelang es ihnen schließlich ein schwimmfähiges Floß fertig zu stellen. Natürlich musste dies anschließend auf seine Tauglichkeit untersucht werden. Und so fuhren alle Erbauer nacheinander, ausgestattet mit Schwimmwesten und Stechpaddeln, eine kleine Runde über die Gracht direkt an unserer Unterkunft. Nachdem die Mädels unter Beweis gestellt haben, dass sie, trotz der bekannten Vorurteile, doch Ahnung von Technik haben, waren die Jungs, die sich die Zeit zuvor mit dem Basteln von Bilderrahmen vertrieben haben, an der Reihe. Auch bei ihnen endeten zunächst viele Ideen mit einem Neubeginn. Schließlich kribbelte es einem Teil der männlichen Betreuer so stark in den Fingern, dass sie mit viel Engagement den Bau weiter voran getrieben haben. So entstand auch bei den Jungs ein schwimmfähiges Floß mit dem ein wenig die Gracht entlang gepaddelt werden konnte. Ich erwähn hier mal besser nicht, dass beim Aussteigen das Floß fast gesunken wäre weil sich ein Knoten gelöst hatte bzw. irgendwer sein Gewicht falsch verteilt hatte, nicht wahr Viktor? Als Erkenntnis für diesen Tag blieb somit festzuhalten, dass wir 1. nur in der Lage sind etwas Großes zu schaffen, wenn alle zusammenarbeiten und im wahrsten Sinne des Wortes, an einem Strang ziehen und 2. Mädels auch technisch begabt sind. Ein kleiner technischer Zwischenfall ereignete sich dann noch nach dem Abendbrot, bei dem die fleißigen Handwerker mit Obst unterm Schokobrunnen einen leckeren Nachtisch serviert bekamen. Irgendwie löste sich ein Teil des Brunnens wodurch die Schokolade in einem wunderbaren Kreis von 2 Metern um den Brunnen herum gespritzt wurde – eine schöne Sauerei.
Wie in den vergangen Jahren auch schon mal, konnten auch dieses Jahr wieder die ältesten Teilnehmer (die sogenannten Girly Girls) einen Tag lang unter Beweis stellen, dass sie auch gute Betreuer werden, indem sie das Programm für den Tag gestaltet und durchgeführt haben. Allerdings begann der Tag etwas chaotisch. Da hatte doch jemand einige Zimmer etwas "dekoriert" und man musste erstmal zu Besen und Sauger greifen um das Chaos zu beseitigen. Nachdem unserem Geburtstagskind Ben ein Ständchen gebracht wurde, tauchte die "Dekoration" plötzlich irgendwie in den Betreuerzimmern auf. Na sowas, da hatte wohl jemand vergessen, dass die Betreuer an Tag der Girly Girls sehr viel Freizeit haben und das bekanntlich ja auch gilt: „Wer Wind sät, wird Sturm ernten." Zunächst ging es aber los mit dem Bananen-Spiel, bei dem unterschiedliche Gegenstände, die auf dem gesamten Gelände verteilt waren, in der Längeneinheit Banane bemaßt werden mussten. Nach dem Mittagssnack wurde im Nachbarort das Haribo-Spiel gespielt. Während dessen konnten einige Betreuer das Zimmer der großen Mädels etwas "aufräumen". Nach dem Abendgebet und einem Quizspiel gingen dann alle ins Bett - alle?? - nein eine kleine Gruppe "durfte" noch eine Nachtwanderung machen, es fehlten ja schließlich noch ein paar, zum Schlafen notwendige Sachen.
Und dann war auch schon Freitag, unser letzter Tag in Wetering, der unter dem Titel „Leuchturm von Pharos“ stand. Beim gleichnamigen Spiel am Nachmittag war es wieder zwischendurch recht feucht, aber dennoch konnten alle Gruppen die notwendigen Passierscheine, die für den Sieg notwendig waren bekommen.
Der traditionelle Abschlussabend begann zunächst mit einem typisch holländischen Abendessen – Pommes mit Frikandel. Anschließend gab es die Preisverleihung für die Zimmerbewertung. Ob da wirklich jeder den Preis verdient hatte, wage ich zwar immer noch zu bezweifeln, da der Begriff „Aufräumen“ scheinbar sehr weit gefasst werden kann. Highlight des Abends war dann das Spiel "Schlag den Betreuer". Endlich konnten Teilnehmer und Betreuer einmal sportlich und geistig gegeneinander antreten um zu zeigen was sie denn so alles drauf haben. Beim Pedalo fahren, Dominosteine aufbauen, Kartenhaus bauen, Tischtennis und Geschmackstest und noch vielen weiteren Spielen, gaben beide Parteien das Letzte. Letztlich konnten sich die Betreuer knapp (und sogar ohne mogeln!!!) gegen die Teilnehmer durchsetzen. Den Abschluss des Abends und eigentlich auch der Fahrt, bildete eine kleine Disco, bei der der Aufenthaltsraum noch einmal richtig bebte.
Nur war die Fahrt da leider schon so gut wie vorbei. Und so mussten wir viel zu schnell und mit ein wenig Wehmut wieder unsere Klamotten zusammensuchen und Koffer packen. Die schöne Zeit in Wetering, mit einer Reise durch die sieben Weltwunder der Antike, ist wie im Flug vergangenen und es fiel jedem von uns schwer Abschied zu nehmen. Abschied von einer tollen Gruppe, den vielen neuen Freunden, die wir gefunden haben. Abschied von unserem Küchenteam, das uns 7 Tage mit leckerem Essen verwöhnt hat, von den Betreuern, die zwar ab und zu mal streng waren aber eigentlich doch recht cool sind.
Zunächst einmal möchte ich mich bei allen ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern für ihren tatkräftigen Einsatz bedanken. Es war schön, dass sich auch in diesem Jahr wieder genug Betreuer gefunden haben, die bereit waren eine Woche Ferien oder Urlaub sowie zahlreiche Abende für die Vorbereitung und Durchführung der Ferienfreizeit zu „opfern“. Ein besonderer Dank geht natürlich an alle Eltern, die unserem Team ihre Kinder für eine Woche anvertraut haben und an alle Kinder, die durchwegs bester Laune waren! Ein ganz besonderer Dank geht an unser Küchenteam Birgit, Doris, Michael und Ulrich. Den Kindern und Betreuern hat das Essen wie immer hervorragend geschmeckt!!!
Nachdem wir die Ferienfreizeit 2009 wieder so erlebnisreich verbracht haben, bereiten wir auch schon die kommende Ferienfreizeit vor, die uns vom 14.-28. August nach Fuhlendorf in Mecklenburg/Vorpommern führen wird. Wir hoffen natürlich auf genau so viel Spaß, Erlebnisse und Freudschaft wie auf den vergangenen Ferienfreizeiten. Die Betreuer werden ihren Beitrag dazu leisten und freuen sich, Euch dort wieder zu sehen. 
 
Freisenbruch im Januar 2010 - Matthias Krebs
 
 
 

 

aktualisiert am 01. Juli 2017

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