2005 Welleringhausen

 

 
Bericht der 17. Ferienfreizeit nach Welleringhausen
oder
Ein Bericht über die siebentägige Europareise der Katholischen Jugend St. Antonius
 
 
„... dann fahren wir halt in den Herbstferien.“ So lautete der Beschluss der Leiterrunde irgendwann im Sommer 2004. Uns allen war nämlich damals bewusst, dass es nicht möglich sei, neben dem Weltjugendtag, auch noch eine Ferienfreizeit in den Sommerferien 2005 durchzuführen.
Gesagt, getan. Von da an begannen wir mit den üblichen Vorbereitungen. Obwohl wir mit 16 Fahrten doch schon ein wenig Erfahrung hatten, mussten wir uns dennoch ein wenig auf die neue Situation (Fahrt in den Herbstferien) einstellen. Dies begann schon bei der Häusersuche, wo der Focus bis jetzt auf Häuser an der Küste lag. Aber was sollten wir im Herbst, wo womöglich das Wetter schlecht ist, am Strand? Wir entschieden uns daher nach einem Haus in der Eifel oder im Sauerland zu suchen, da wir zum einen bis dorthin nicht allzu weit fahren müssen und zum anderen auch bei nicht ganz so gutem Wetter die Umgebung nutzen können, sprich in den Wald gehen.
Nachdem dann schließlich das Haus gefunden und gebucht, sowie ein Großteil der Teilnehmer angemeldet war, fingen die Betreuer im Januar an sich Gedanken über den Ablauf und das Thema der Fahrt zu machen. Schnell wurde uns auch hierbei klar, dass wir unser geliebtes Etappenspiel bei nur einer Woche auch nicht durchführen können. Und so wurde im Laufe dieser ersten Vorbesprechung das Thema „In 7 Tagen durch Europa“ geboren. Aber welche sieben Länder sollten es sein? Zugegeben, hierbei haben wir uns ein wenig von den Essensmöglichkeiten in den einzelnen Ländern beeinflussen lassen. Schließlich fiel die Wahl auf Holland, Griechenland, Frankreich, Italien, Großbritannien, Türkei und Spanien. Die nächsten acht Monate verbrachten wir nun damit, das Programm für die einzelnen Tage vorzubereiten. Und obwohl wir dieses Jahr nur eine Woche und dann auch noch im Herbst gefahren sind, wurden einige Programmpunkte erst in der Woche vor der Fahrt fertig. Bei der Durchführung waren sie aber dennoch ein großer Erfolg und haben den Teilnehmern jede Menge Spaß bereitet.
Wie in den vergangenen Jahren, packten wir auch dieses Mal (leider unter sehr schlechten Platzverhältnissen) wieder eine Menge Material ein, um dann im Nachhinein festzustellen, dass wir die Hälfte nicht gebraucht haben. Dies lag daran, dass wir zum Glück das ganze Material für Regenwetter in den Kisten lassen konnten.
Und dann war es endlich soweit. Die Ferienfreizeit konnte beginnen. Nach einem tollen Reisesegen durch den Pfarrer in Rente Pastor Wiederhold fuhren wir ins Sauerland. Und obwohl die Busfahrt nur zweieinhalb Stunden dauern sollte, schliefen die ersten bereits in Dortmund und andere stellten, wie jedes Jahr, die berüchtigte Frage: „Wann sind wir endlich daaaa?“ „Bald!“
Im Welleringhausen angekommen, gab es erst einmal eine kleine Stärkung um dann anschließend die Zimmer zu beziehen und die Koffer auszupacken. Am Nachmittag schlüpften alle Teilnehmer in die Rolle von kleinen Holländern, um bei einem Stationsspiel schon mal einen kleinen Einblick in die Länder zu erhalten, die es in den nächsten Tagen zu bereisen galt. 
Das Abendessen sollte natürlich auch eine holländische Spezialität sein. => Pommes Spezial mit Frikandell Spezial.
Für das Abendprogramm hatten wir im Vorfeld ein Europaquiz in Form einer PowerPoint Präsentation ausgearbeitet. Die einzelnen Gruppen mussten hierbei Europäische Staaten anhand der Kartenumrisse erkennen, eine stumme Europakarte beschriften und berühmte europäische Gebäude erkennen, und diese dann den Städten zuordnen, in denen sie stehen.
Nach dem Programm hieß es dann Duschen für alle. Aber was war das? Warum gab es nur kaltes Wasser? Um warm zu duschen, musste man erst eine Münze in den dafür vorgesehenen Automaten einwerfen. Dabei hatten die Jungs ein wenig mehr Glück als die Mädels. Bei den Jungen befand sich dieser Automat nämlich direkt neben der Dusche. Bei den Mädchen leider eine Etage tiefer. Wenn ich mich recht erinnere, kam es daher vor, dass die Mädchen, aber auch die Betreuerinnen ab und zu lautstark darum baten eine Münze nachzuwerfen.
Nach dem Duschen sendete wie in den letzten Jahren auch wieder das Lagerradio. Anschließend waren wir Betreuer voller Hoffnung die Kinder bei dem Stationsspiel so geschafft zu haben, dass sie schön schlafen würden. Aber das hat wohl nicht so ganz geklappt. Meine persönliche Bilanz für die erste Nacht: 1,5 Stunden Schlaf.
Da wir, wie schon erwähnt, dieses Jahr kein Etappenspiel gemacht haben, aber dennoch ein Spiel haben wollten, was sich durch die ganze Fahrt zieht, fand ab Sonntagmorgen nach jeder Mahlzeit ein Spielzug unseres Pyranhia Pedro Spiel statt. Als Vorbild für dieses Spiel diente uns, wie der Name schon verrät, das gleichnamige Brettspiel.
Am Sonntagmorgen wachten wir übrigens nicht in Welleringhausen auf, sondern irgendwo in Griechenland vor den Toren Athens. Die Aufgabe für den Vormittag war Skulpturen aus einem Stein zu meißeln. Das klappte aber leider nicht ganz. Daher wurden letztenendes Bilder in den Stein geritzt.
Die Aufgabe für den Nachmittag war da schon heikler. Der griechische Gott Herkules hatte ein Problem und bat ausgerechnet unsere Reisegruppe, ihm bei der Lösung dieses Problems zu helfen. Wir hatten in Erfahren bringen können, dass Herkules irgendwo im Wald sitzen würde. Also machten wir uns auf den Weg dorthin. Nur ankamen taten wir leider nicht. Nachdem wir den Wald betreten hatten, bat uns die Forstverwaltung diesen wieder zu verlassen, da sich ausgerechnet in diesem Waldstück mehrere tollwütige Wildschweine aufhalten würden und es für uns zu gefährlich sei. Gut, dann halfen wir eben Herkules nicht im Wald seine Dimitra zu finden, sondern im Ort.
Neben den zwei Aufenthaltsräumen in unserem Haus gab es dort auf dem Dachboden auch eine Kapelle. Diese nutzten wir am Sonntagabend das erste Mal für einen Wortgottesdienst. An den weiteren Tagen trafen wir uns dort gegen 20:00 Uhr zu unserem Abendgebet, bei dem wir den Tag reflektierten und Gott für das Erlebte dankten. Je nachdem wer Küchendienst hatte, verschob sich das ein oder andere Abendgebet nach hinten.
Eine Nachtwanderung darf natürlich auch bei einer einwöchigen Fahrt nicht fehlen. Damit die Kinder nicht davon ausgehen konnten dass sie erschreckt werden, blieben alle Betreuer bei der Gruppe und wir ließen uns von 7 ehemaligen Betreuern erschrecken. Auch diese Gruppe hatte sich im Vorfeld einiges für eine gruselige Nachtwanderung einfallen lassen. Von einer lauten Kettensäge, über im Baum hängende Personen, bis hin zu einer schwarzen Messe war alles dabei. 
Der dritte Tag unserer Reise führte uns nach Frankreich. Nach einem typisch französischen Frühstück stand wie an jedem Tag das Aufräumen der Zimmer an. Zu diesem Zeitpunkt der Fahrt fiel ein Zimmer durch besonders viel Chaos auf. Doch bis zum Ende der Fahrt und durch den unermüdlichen Einsatz der Zimmerbetreuer schafften es die 8 Bewohner immerhin nicht Letzter in der Gesamtwertung zu werden. Und wenn die Fahrt noch länger gedauert hätte, wer weiß, wie ordentlich das Zimmer dann gewesen wäre. Respekt!
Das Highlight des Frankreichtages war sicherlich das Klettern im Wald. Gut, dass Maxime während seines Zivildienstes einen Kletterschein gemacht hat und für die Fereinfreizeit Kletterausrüstung besorgen konnte. Somit konnten alle Teilnehmer im Wald die Strickleiter erklimmen und sich anschließend per „Fahrstuhl“ wieder zu Boden gleiten lassen.
Am Abend überließen die Betreuer dann den älteren Teilnehmern, auch ÄTN´s genannt, das Feld. Von der Essensausgabe über Abendgebet und Abendprogramm bis hin zum Lagerradio wurde alles von den ÄTN`s vorbereitet und durchgeführt. Ihnen gilt ein besonderes Lob, nicht weil wir Betreuer dadurch einen ruhigen Abend hatten, sondern vor allem weil sie das Programm selbstständig ausgearbeitet haben und alle „kleineren“ Teilnehmer jede Menge Spaß daran hatten. Ich denke, für die nächste Fahrt können wir auch über einen ganzen Tag von euch reden.
Am Dienstagmorgen wachten wir schließlich in Italien auf. Und was fällt einem zu Italien ein? Natürlich Pizza. Die gab es aber nicht auf dem Teller, sondern als Spielkarten für unser umgeschriebenes Pizza-Halli-Galli. Dabei saßen wir in Kleingruppen im Aufenthaltsraum auf dem Dachboden und deckten solange Karten auf, bis gleichzeitig fünf gleiche Pizzasorten aufgedeckt waren. Sobald dies eintraf, mussten die Gruppen eine zuvor gestellte Aufgabe lösen. Die Gruppe, die als erste die Aufgabe gelöst hatte, bekam alle aufgedeckten Pizzakarten.
Da das Programm vom Vormittag nicht ganz so anstrengend war ging es am Nachmittag wieder raus und zwar in diverse Städte Italiens. Unsere Reisenden mussten zwischen den Städten hin und her pendeln, was in Welleringhausen bedeutetet: Bergauf und Bergab! In jeder Stadt mussten die Reisenden ihr Können unter Beweis stellen. Dabei kam es aber nicht nur auf Schnelligkeit an, auch Kreativität und Teamgeist wurden mit bewertet.
Da wir dieses Jahr weder ein Meer noch einen See in der Nähe hatten, aber trotzdem schwimmen wollten, besuchten wir am Mittwoch Nachmittagtag das Lagunenbad in Willingen. Für die Kids war der Ausflug genau das Richtige. Und obwohl die ersten vier Tage der Ferienfreizeit schon sehr anstrengend waren, hatten alle noch genügend Power, um im Schwimmbad zu planschen, zu rutschen und Betreuer versuchen zu döppen.
Und selbst am Abend hatten die älteren Teilnehmer noch nicht genug und wollten unbedingt noch ein Geländespiel gegen die Betreuer spielen. Besonders die Mädels waren so motiviert, dass sie sich zur besseren Tarnung das Gesicht geschwärzt haben. Klasse! Von wem ihr das wohl habt?
Die Türkei, obwohl sie geographisch gesehen nur zu einem kleinen Teil zu Europa gehört, lag auch auf unserer Reiseroute. Damit unsere Gruppe dort nicht allzu sehr auffiel, bastelten wir uns am Vormittag Kopfbedeckungen. Kopftücher für die Mädels und Turbane für die Jungs. Fertig eingekleidet konnten am Nachmittag wieder verschiedene Kleingruppen bei dem Allhambra-Spiel Punkte erspielen, die später am Abend im Casino noch vermehrt aber auch verspielt werden konnten.
Und dann kam auch schon der letzte Tag. Schon? Wir hatten doch gerade erst ausgepackt und uns richtig eingelebt. Tja, aber so eine Woche geht halt (zu) schnell vorbei. Doch bevor wir unsere Taschen wieder packten, zogen wir uns noch einmal unsere dreckigen Klamotten und festen Schuhe an und gingen für ein weiteres Geländespiel in den Wald.
Apropos feste Schuhe. Ich hab im Lexikon leider keine Definition gefunden, aber der Begriff „feste Schuhe“ scheint doch sehr weit gefächert zu sein. Von „Chucks“ bis „BW Kampfstiefel“ war alles dabei. Ich tendiere eher zu letzteren, da diese festen Halt im Gelände bieten, man keine nassen Füße bekommt und die Betreuer diese nachts nicht trockenlegen müssen. J
Für den Abschlussabend hatte sich, wie in den letzten Jahren auch, jedes Zimmer einen Beitrag für die Mini-Playback-Show ausgedacht. Für die Moderation haben wir keine Kosten und Mühen gescheut und extra aus Holland unsere Mar(H)eike einfliegen lassen. Natürlich wurde an diesem Abend auch die Zimmerbewertung prämiert. Komisch nur, dass es dieses Jahr die Betreuer waren, die die ersten drei Plätze belegten. Da solltet Ihr euch nächstes Jahr mal wieder ein wenig mehr anstrengen.
Das war jetzt mit Sicherheit nur ein kleiner Einblick in unsere Ferienfreizeit. Ich könnte noch von so vielen Sachen mehr berichten (Besuch Pastor, Streich für die ÄTN`s u.s.w.) aber man muss auch mal Feierabend machen.
Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei all denen bedanken, die zu dem Gelingen dieser Ferienfreizeit beigetragen haben. Das Gefährliche beim Bedanken ist jemanden zu vergessen. Ich hoffe, dass mir dies an dieser Stelle nicht passiert. Falls doch, danke ich zuerst einmal all den Vergessenen!
Der nächste Dank geht an unser Küchenteam Birgit und Michael Reuß sowie Doris und Ulrich Sperling. Wie in den letzten Jahren auch, habt ihr das Thema der Ferienfreizeit für eure Essensplanung aufgenommen und zu jedem Land, das wir bereist haben, einen leckeren Menüplan zusammengestellt.
Ich hätte es zwar vorher nicht gedacht, aber obwohl wir im Herbst gefahren sind, habt ihr es doch geschafft ein paar Minütchen in der Sonne zu sitzen. Sei euch aber auch gegönnt!
Desweitern danke ich den „Erschreckern“ für die Vorbereitung und Durchführung der Nachtwanderung, Pastor Klobusch für seinen Besuch, den Verbänden der Pfarrgemeinde für ihre finanzielle Unterstützung, sowie den vielen Eltern die Kuchen gebacken haben.
Zu guter Letzt, gilt ein besonderer Dank dem diesjährigen Betreuerteam. Schön das ihr euch die Zeit genommen habt diese Ferienfreizeit vorzubereiten und zu begleiten. Ich hoffe, dass wir auch die nächste Fahrt gemeinsam so meistern wie diese.
So, das war sie also, die mittlerweile 17. Ferienfreizeit der katholischen Pfarrjugend St. Antonius. Es hat mir dieses Jahr wieder außerordentlich viel Spaß gemacht die Fahrt zu leiten, weil die Stimmung einfach in der ganzen Gruppe sehr gut war. Leider war sie nur viel zu schnell vorbei. Zum Glück fahren wir nächstes Jahr wieder zwei Wochen. Die 18. Ferienfreizeit führt uns nach Dänemark in die Nähe des Ortes Snedsted am Lim Fjord. Die Fahrt findet in den letzten beiden Wochen der Sommerferien statt, genauer gesagt vom 22.07.06 bis 05.08.06
Wir Betreuer würden uns sehr freuen, wenn wir uns nächstes Jahr wieder sehen.
 
 
 

 

aktualisiert am 01. Juli 2017

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