2003 Boerkop

 

 

Bericht der 15. Ferienfreizeit 2003 noch Dänemark/Boerkop

 

                

 

Der Herbst hat sich nun eingestellt. Es ist nun schon wieder einige Wochen her, dass wir in Dänemark waren. Gerade bei diesem nass-kalten Wetter erinnert man sich doch gerne an den warmen Sommer den wir hatten. 42 Kindern und Jugendlichen boten wir in diesem Jahr wieder die Möglichkeit 2 Wochen Urlaub mit Spiel, Spaß und Gemeinschaft zu machen. Dänemark, das war in diesem Jahr unser Ziel, ein uns bis dahin noch unbekanntes Land.

Ach was wurden alle möglichen Stimmen vorher laut. Die Fahrt sei zu teuer, nie würden wir alle Plätze voll kriegen, Dänemark ist viel zu weit weg, die haben nicht den Euro, das Betreuerteam ist zu jung und ob das mit dem neuen Küchenteam klappt????

Nun, ich kann nur immer wieder sagen, es hat geklappt. Wir hatten in meinen Augen eine sehr schöne und friedliche Ferienfreizeit, bei der selbst die Betreuer Gelegenheit hatten mal ein Äuglein zu schließen. Die Stimmung unter den Betreuern und mit den Kindern war gut. Und auch das neue Küchenteam hat sich super in die Gruppe integriert. Doch angefangen hat alles ganz anders....

Treff war Freitagabends um 23.30 Uhr. Schön für uns war, dass der Bus schon um 22 Uhr da war. So konnten wir in aller Ruhe das Material und unsere Koffer schon mal verstauen. Als dann so nach und nach die Kinder mit ihren Eltern eintrudelten, musste man erstmal den Überblick behalten. Im Nachhinein war das ganz einfach. Man musste einfach nur die Kinder suchen, die ein Kissen im Arm hatten und die total aufgedreht waren. Nach Reisesegen, Abschied und Platzsuche im Bus, ging es auch schon los. Bis zur Bochumer immerhin. Doch dann kam der große Schock! Der Bus fuhr nicht richtig. Bis zur Tankstelle in Wattenscheid brauchten wir so eine Stunde. In Gedanken sah ich uns schon den Bus mit den Kindern ausladen und auf einen neuen Bus warten.

Aus irgendeinem Grund, fuhr der Bus aber auf einmal wieder ohne Probleme und die Fahrt konnte endlich losgehen. Die Stimmung bei den Kindern und Betreuern war trotz der späten Stunde (es war immerhin 1 Uhr nachts!) gut. Vielleicht lag es daran, dass die Kinder alle aufgedreht waren und die wenigsten vorher geschlafen hatten. Doch nach der ersten Rast änderte sich das innerhalb von 10 Minuten.

Noch nicht ganz wieder auf der Autobahn und eine leises Schnarchen war im Bus zu hören. Ach war das schön. Und so hielt sich das ganze auch bis zum frühen morgen. Ich muss ganz ehrlich sagen, in den 14 Jahren die ich jetzt auf einer Ferienfreizeit dabei war, habe ich noch nie eine so ruhige Busfahrt erlebt.

Ohne Stau und ohne Probleme kamen wir Samstagmorgen gegen 9 Uhr an unserem Haus in Boerkop an. In einer lustigen Gemeinschaftsaktion packten Kinder und Betreuer den Bus und den Anhänger aus und bezogen das Haus.

Da man nach einer so langen Fahrt erstmal Bewegung braucht, ging es sofort los in Richtung Fjord. Dort testeten die ersten Mutigen die Wassertemperatur während die anderen direkt nach Muscheln oder Steinen suchten.

Nach einer Stärkung zu Mittag wurden die Koffer ausgepackt und die Betten bezogen. Um sich dann so schnell wie möglich in die Fußball-Sachen zu schmeißen oder um Hühnerball spielen zu können - Wiesen hatten wir in diesem Jahr mehr als genug. So hatten wir nicht nur Wiesen um diverse Ballspiele gleichzeitig durchzuführen, sich zu sonnen oder einfach rumzutoben, sogar das Zelt der Familie Reuß, in dem die Küche die 2 Wochen wohnte fand Platz direkt am Haus. Zugegeben, als wir hörten, dass das Küchenteam im Zelt schlafen wollte habe ich nie im Leben von so einem "kleinen Haus" geträumt. Mit 35 qm hatte unser Küchenteam mind. 3-mal so viel Platz wie wir in unseren Zimmern.

Noch einer erholsamen, aber natürlich viel zu kurzen Nacht konnte es sonntags dann auch richtig mit den ersten Spielen losgehen. Vorbereitet hatten wir ja schließlich so viel. Ob Dampfross, 1-2-oder 3, Jeopardy, das Mörderspiel, Activity usw. Spiele waren reichlich da. Besonderes Interesse hatte'n wir dieses Jahr auf unser Etappenspiel gelegt. Eine Reise zu König Hirsl und den Rittern ins Mittelalter. So hatte Kathi als unsere Schneiderin für jeden Betreuer ein Kostüm in mühevoller Handarbeit genäht. Aber auch die Kinder ließen sich nicht lumpen. So wurden Familienwappen gemalt, Burgen im Wald gebaut und wilde Ritterkämpfe veranstaltet.

Der Höhepunkt war hierbei mit Sicherheit der liebevoll gestaltete Zwischenabend. An einer langen Tafel nahmen alle Etappengruppen Platz. Vor Kopf saß die Königsfamilie. Gegessen wurde, nach dem die Hände gewaschen und ein Tuch um den Hals gebunden wurde, mit den Fingern und die Knochen wurden kurzerhand hinter sich geworfen. Das war ein Spaß, obwohl es zum Schluss beim Eis doch sehr schwierig wurde. Das Essen fand natürlich draußen statt, denn sonst hätten wir wohl das Haus neu streichen müssen. Vor allen Dingen unser Küchenpersonal oder Gesinde wie wir es nannten, hatte sich viel Mühe bei den vielen Gängen des Abends gemacht. So gab es vom frisch gebackenen Brot über Rippchen und Eis, bis zur 3 stöckigen Torte mit Marzipan-Wappen alles was das Herz begehrte. Das Programm des Abends wurde durch die einzelnen Etappengruppen wirklich schön gestaltet. So gab es ein selbst gedichtetes Lied, eine Tanzvorführung, ein Tanzical (Musical ohne Gesang, aber mit Tanz!), eine mittelalterliche Modenschau, Nachrichten mit Werbeunterbrechungen für Ritter Sport, Prinzenrolle und König Pilsener, sowie ein Theaterstück. Ich möchte an dieser Stelle noch mal betonen, wie viel Mühe sich die einzelnen Gruppen gemacht haben um diesen Abend schön zu gestalten. Zur Auflockerung zwischendurch durfte unser Hofnarr Rüdiger das Publikum belustigen. Das Radschlagen für diesen Abend hat Sebastian extra an diesem Tag gelernt. Der Abend endete in eine Open-Air-Disco die durch das tolle Wetter überhaupt erst möglich war. Die Stimmung an diesem Abend war unvergleichbar.

Dem schönen Wetter haben wir überhaupt einiges zu verdanken. So auch die tollen Strandtage die wir hatten. (Vielleicht ein paar zu wenige, wie einige Betreuer sagen würden, aber schließlich war es ja kein Badeurlaub auf Mallorca und in der Sonne liegen konnten wir auch so oft genug.) Während hier in Essen unsere Eltern und Freunde bei unerträglicher Hitze schwitzen mussten, konnten wir uns in der recht angenehm warmen Ostsee abkühlen. Besonderen Spaß hatten wir dabei auf einer ca. 4 qm großen schwimmenden Plattform, die man einige Male vor lauter Kinder gar nicht mehr gesehen hat. Als schon fast lebensgefährlich habe ich die kleine Kuchenpause am Strand erlebt. Man könnte es auch „Fütterung der Raubtiere“ nennen. Ich hatte den Kuchentopf gerade geöffnet und mit meiner leisen Stimme nur "Kuchen“ gerufen, da stürzten von allen Richtungen Kinder auf mich und den Kuchen zu und vergruben alles was im Weg war unter einer Ladung Sand. Aber man lernt ja, beim nächsten Mal war ich nicht mehr bei meinem eigenen Handtuch als ich den Kuchen verteilte. ;-)

Auch in diesem Jahr durften die älteren Teilnehmer wieder Betreuer für einen Tag sein und diesen gestalten. Los ging es mit dem Wecken bis hin zum Abendgebet. Selbst das Klo putzen haben sie in die Hand genommen. Hierbei gaben sich unsere 10 "ältesten“ richtig viel Mühe. Sie organisierten den Tag sogar so gut, dass sie keinen der eigentlichen Betreuer brauchten. Das war natürlich gut für uns. So konnten wir in der Sonne ein wenig Schlaf nachholen. Schließlich ist die Nacht eines Betreuers immer viel zu kurz. Kein Wunder, nach unzähligen Rasierschaumstreichen oder auch nach einer ausgiebigen Wasserschlacht nachts von 2 bis 5 Uhr morgens. Na ja immerhin wurde mal das ganze Haus gewischt.

Der absolute Höhepunkt der Ferienfreizeit war meiner Meinung nach der Besuch des Legolandes in Bilund. Und so stürmten wir das Land der Millionen Legosteinchen. Bei einigen Bauwerken fehlten uns wirklich nur noch die Worte. Was man nicht alles aus Lego machen kann!?!? Und während alle auf der Achterbahn und auf der Wasserbahn fuhren, vergrub ich mich in einem Raum wo man selber bauen konnte. Zu meiner Rettung kamen nach einer Stunde auch einige unserer Kinder dazu, so dass ich nicht völlig alleine da saß zwischen den ganzen Legosteinen.

Aber auch die schönste Fahrt geht irgendwann mal zu Ende. Und so hieß es nach 14 Tagen wieder „Koffer packen“, die Dekoration abnehmen und Abschied nehmen. Da kullerte doch das eine oder andere Tränchen. Denn so sehr man sich auch auf zu Hause freute, die tolle Gemeinschaft die wir in Dänemark hatten wollte doch keiner verlassen.

Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal bei allen bedanken die uns bei dieser Fahrt unterstützt haben. Besonders möchte ich mich bei unserem Küchenteam Doris und Ulrich Sperling und Birgit und Michael Reuß bedanken. Sie haben mit ihren neuen Ideen viel Schwung und Farbe ins Essen gebracht. Ein weiterer Dank gilt der Familie Kuhlmann, die in der zweiten Woche noch mal Kuchen von zu Hause mitgebracht haben. Auch bei Beate Schmidt möchte ich mich bedanken, für die tollen Mitteilungen die sie an der Kirche aufgehängt hat und auch für die leibliche Unterstützung für das Küchenteam. Danke auch an Dirk Filzen, der uns mit Rat und Tat zur Seite gestanden hat und uns seine Kamera geliehen hat. Danke letztendlich an alle die uns mit Geld- oder Sachspenden unterstützt haben und alle die ich jetzt vielleicht vergessen habe, es ist nicht böse gemeint.

Ich hoffe wir können trotz der schwierigen Situation in der Gemeinde auch weiterhin auf ihre Unterstützung hoffen. Auch fürs nächste Jahr, wo es seit langem Mal wieder nach Deutschland geht. Freuen wir uns nun auf die Freizeit 2004 und dass auch dort alles so problemlos klappt wie es in diesem Jahr geklappt hat.

 

Heike Stachowiak

 

 

aktualisiert am 01. Juli 2017

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