2001 Ellemeet

 

 

 

Bericht Über die 13. Ferienfreizeit nach Ellemeet

vom 03.08. bis 17.08.2001

 

„Mützen schützen..."

 

Das war sie also die 13. Ferienfreizeit der katholischen Jugend St. Antonius nach Ellemeet.

Ich bin ja nun wirklich nicht abergläubisch, aber ein bisschen Angst hatte ich schon vor der 13. Ferienfreizeit.

Nicht nur vor der 13, sondern wie in jedem Jahr auch vor der Freizeit als solcher. Werden wir es alles schaffen? Werden die Teilnehmer ebenfalls so viel Spaß haben, wie wir sie während der Vorbereitung hatten? Werden wir diese große Gruppe (wir waren mit Küchenpersonal immerhin 71 Personen!!!) in den Griff kriegen? Und natürlich die größte Sorge, dass alle Teilnehmer auch wieder gesund und (mehr oder weniger) munter nach Freisenbruch zurückkehren.

Und was wird die 13 für die Freizeit, für die Jugend, für mich persönlich bedeuten?

Wir haben es aber wieder verdammt gut hinbekommen!

Was waren wir alle nervös und schon am Abfahrtstag etwas müde (aber wann fährt man auch schon um 7.00 Uhr in Urlaub)? Aber nach dem Reisesegen im Bus ging es los. Schon lange vor dem LKW waren wir die Ersten, die in Ellemeet eingetroffen sind. Während der Fahrt waren keine besonderen Vorkommnisse zu verzeichnen. Kurz nach dem Eintreffen der Materialwagen und des Küchenpersonals gab es auch schon etwas Warmes zu Essen. Dann ging es Richtung Strand und wir hatten Zeit das Haus auf unsere Bedürfnisse umzustellen und einzurichten. Das Material wurde verstaut, die Lebensmittelvorräte gleichmäßig in der Küche verteilt und viele fleißige Hände sorgten für ein rasches beseitigen des allgemeinen Chaos. Als dann die Teilnehmer zurückkamen, konnten in Ruhe die Koffer ausgepackt und die Betten gemacht werden. Kaum Nörgeleien und Unstimmigkeiten beendeten den Tag eigentlich recht harmonisch und wir konnten uns schnell an den ganz normalen "Wahnsinn" einer Freizeit gewöhnen. Duschen, schlafen gehen und eine schnelle Betreuerbesprechung führten dazu, dass auch die Betreuer an diesem Abend recht früh schlafen gehen konnten. Mattes wurde für den Weckdienst am nächsten Morgen ausgewählt. Am ersten Morgen muss üblicherweise nicht geweckt werden und er konnte somit keine große Unruhe verbreiten.

Doch weit gefehlt.

Völlig unerwartet und beinahe unnormal war kaum eines der Kinder um 7.30 Uhr wach und Mattes konnte mit viel Lärm alle Teilnehmer wecken - und natürlich auch die Betreuer.

Der erste Morgen begann dann auch direkt mit einer kleinen Geburtstagsfeier. Ein Ständchen wurde gesungen, Geschenke überreicht und endlich konnte, Tische weise und immer im Wechsel, das Frühstücksbüffet gestürmt werden. An jedem Morgen wurde das Büfett mit viel Liebe und reichlich Abwechslung von unseren Küchendamen aufgebaut. Herr Thissen hatte in dieser Zeit ausreichend Gelegenheit das Aufbacken der Brötchen zu zelebrieren.

Es folgten für alle Teilnehmer Hinweise und Regeln zum Ablauf der Freizeit. Diese dienten dazu, dass der Ablauf gewährleistet war und jeder wusste, welches Verhalten von ihm erwartet wurde. Es hat natürlich einige Tage und viele gutgemeinte, aber auch sehr ernste Ansprachen benötigt, aber ohne diese Verhaltenshinweise funktioniert die Gemeinschaft bei einer so großen Gruppe nicht. Ich hatte schon nach einigen Tagen das Gefühl, dass das auch von fast allen Teilnehmern ebenfalls so gesehen wurde. Neben dem Einhalten der Regeln wird von jedem Teilnehmer, egal wie alt oder jung er ist, erwartet, dass eine gewisse Rücksicht auf die anderen Teilnehmer und auch ein gewissen Zurückstellen der eigenen Bedürfnisse erforderlich ist, damit die Gruppe funktioniert und sich jeder wohl fühlen kann. Und ich hatte während der Freizeit den Eindruck, dass sich fast alle Teilnehmer und Betreuer sehr wohl gefühlt haben.

Und dann ging es auch endlich mit unserem Etappenspiel los:

Wir wurden in den Orient entführt - in 1001 Nacht. Die schöne Scheherezade fleht den großen Sultan an, sich vor ihrer Hochzeitsnacht von ihrer Schwester verabschieden zu dürfen. Sie erzählt ihrer Schwester eine Geschichte, von der der Sultan so gefesselt war, dass er Scheherezade in der nächsten Nacht weiter erzählen ließ und in den folgenden Nächten ebenfalls. Angeblich 1001 Nacht. Sie rettet damit ihr Leben und das von vielen anderen Frauen.

Auch unsere Teilnehmer haben sich beim Geschichten erfinden, beim Bau des Palastes und beim Handeln ihrer Rohstoffe viel Mühe gegeben. Die Oliven-, Schmuck-, Holz-, Stoff- Gewürz-, Kamel- und Tonfamilien haben sich zunächst unter schwierigsten Bedingungen finden müssen (ich gebe zu, dass ich unbeabsichtigt mit dazu beigetragen habe). Nachdem diese Aufgabe erfüllt war, der Palast gebaut und dabei so wenig wie möglich an Rohstoffen ausgegeben wurde, war bei weiteren Etappen Fachwissen, Geschick und Händlerfähigkeit gefordert. Dabei war es für die Familien besonders wichtig, sich vor den Räubern zu retten (die immer in Gestalt der Betreuer auftraten). Sie hatten immer nur Böses im Sinn und waren hinter den Rohstoffen der Gruppen her. Aber mit viel Glück konnten sie beim Würfeln die Räuber übertrumpfen.

Und selbst der böse Alte (wer auch immer damit gemeint gewesen ist) konnte bei einer weiteren Etappe die einzelnen Teilnehmer nicht davon abhalten sich für ihre Gruppen einzusetzen.

Ein besonderes Ereignis war das Hochzeitsmahl am Zwischenabend. Der große Sultan hatte noch in Freisenbruch einen Ehemann für seine Tochter Ayse gesucht. Und er hat sogar einen gefunden - den kleinen Prinzen Hassan!

Nachdem alle ganz feierlich zum Hochzeitsmahl eingeladen wurden, mussten noch Geschichten, Lieder und kleine Theaterstücke einstudiert werden, die nach dem großen Festmahl aufgeführt werden sollten.

Dann endlich durfte der Festsaal im Palast betreten werden. Im Hintergrund spielte arabische Musik. Der Hochzeitssaal war feierlich geschmückt. Viele Kerzen, sehr viel Goldschmuck, Schalen, Vasen und goldene Gefäße, Kisten mit Goldschätzen und Fässer voll mit Goldtalern füllten den Raum aus. Die engsten Familienmitglieder waren feierlich gekleidet und auch die Gäste waren entsprechend ordentlich angezogen. Wie jedoch die beiden Bayern in den Festsaal gelangen konnten, ist mir bis heute nicht so ganz klar. Das Hochzeitspaar eröffnete die Feier mit einem Tanz und endlich wurden die Speisen aufgetragen. Unmengen von Fladenbrot, Saucen und unterschiedliche Dips, Salate, Mais und sehr scharfe Peperonies, Fleischspieße und Reis und Obst mit Vanillesauce. Als Getränk wurde frischer Traubensaft gereicht. Es war ein wahres Schlemmen. Der Sultan war nun wirklich nicht geizig. Nach den Aufführungen der Etappengruppen wurde dann noch die Hochzeitstorte angeschnitten und jeder erhielt ein Stück Buttercremetorte.

Es war ein gelungener Abend.

Es hat tatsächlich alles, was wir uns während der Vorbereitung überlegt und ausgedacht haben funktioniert. Schön, dass alle Teilnehmer, auch die jüngsten ganz toll mitgemacht haben.

Schade war nur, dass wir uns die Dekoration der Fata Morgana aus dem Freizeitpark De Efteling nicht ausleihen konnten. Wir haben uns hier aber noch einige Inspirationen für den Aufbau holen können.

Mit vielen schnellen Achterbahnen, einer Wasserbahn, bei der keiner so richtig nass geworden ist jeder Menge Fahrgeräten, auf denen einem so richtig schön schlecht werden kann und vielen weiteren Aktionen war es ein sehr schöner Tag im Freizeitpark. Vielleicht war er etwas zu groß und man musste bei vielen Geräten lange anstehen. Aber es hat sich trotzdem gelohnt. Und unser Vogel hatte den Spürsinn zur Achterbahn: "Vogel Rock“, die sonst von keiner anderen Gruppe gefunden wurde.

Einige Tage später haben wir eine Fahrradtour nach Zierikzee mit Picknick und anschließendem Stadtspiel veranstaltet. Unser Küchenpersonal, dem hier noch einmal ein besonderer Dank zukommt, hatte uns zur Stärkung Essen und Getränke zum vereinbarten Treffpunkt gebracht. Diesen Treffpunkt hatten tatsächlich alle Fahrradgruppen gefunden und ohne besondere Schwierigkeiten erreicht. Kein Fahrer hat sich Verletzungen zugeführt. Nur einer fiel, beim Reinigen seines Rades, mitsamt Schuhen, Hose und Rad in einen der in Holland typischen Wassergräben ('schuldige Maxime). Der arme Kerl musste nun in nassen Schuhen durch Zierikzee rennen. Immerhin war sein Fahrrad sauber. Dafür hat es dann aber auf der Rückfahrt so feste geregnet, dass wir alle durchnässt in Ellemeet ankamen.

Das Radfahren funktionierte in diesem Jahr erstaunlich gut. Egal, ob wir auf dem Weg zum Strand, nach Renesse oder nach Burgh Haamstede waren, es gab nie besondere Vorkommnisse. Vielleicht haben unsere „strengen" Regeln ja doch ein positives Ergebnis.

Für unseren 3. Tagesausflug hatten wir ein Segelboot gemietet. Einige Betreuer konnten leider nicht mitfahren, da auf dem Schiff nur Platz für 60 Personen war. Start- und Zielhafen lag in Zierikzee. Nachdem alle man an Bord waren, mussten die Segel gehisst werden. Mit vereinten Kräften war dies bald geschafft und jeder hatte endlich Zeit einmal nichts zu tun. Man konnte auf dem Deck in der Sonne liegen, ein wenig dösen, gemeinsame Spiele machen und lesen oder einfach die Seele baumeln lassen. Es wehte nur ein laues Lüftchen, so dass an Bord nicht viel zu tun war. Es war der heißeste Tag der gesamten Fahrt. Und gelernt hat man auch noch etwas: Jeder weiß nun (sowohl die Kinder als auch unser Pastor), dass es sinnvoll ist auf die Betreuer zu hören. Wir hatten darauf hingewiesen, dass jeder ausreichend zu trinken mitnimmt. Gut, wenn man mit dem typischen Gruppenverhalten vertraut ist. Alle waren beisammen und keiner hatte das Gefühl etwas zu verpassen. Es kam Ruhe in die Gruppe und das war von uns auch so beabsichtigt.

Das Grillen nach der Ankunft und das anschließende Abendgebet, wie an jedem anderen Abend auch, rundeten diesen Tag ab.

Schön waren auch unsere Betreuerrunden. Zu Beginn der Freizeit haben wir damit noch verhältnismäßig früh begonnen. Doch von Abend zu Abend wurde es immer später - und immer länger. Es gab viel zu besprechen, vorzubereiten und auszudiskutieren. Hier hat sich wieder gezeigt, dass gerechtfertigte oder ungerechtfertigte Kritik nur von Mitgliedern des Betreuerteams geäußert werden darf. Nie jedoch von einem Außenstehenden.

Aber auch danach ging es dann noch immer nicht sofort ins Bett. Einige Betreuer, besonders die, von denen man es am wenigsten erwartet hätte, liefen noch einmal zur Höchstform auf (dafür waren sie am nächsten Tag nur schwer wach zu bekommen). Da wurden lustige Dinge mit Rasierschaum veranstaltet, Kinder wachten am nächsten Morgen in fremden Betten auf und selbst die Klavertje-Bewohner waren vor Streichen nicht sicher. Irgendwo hatten sie doch noch eine Öffnung übersehen, die trotz abgeschlossener Eingangstür, den Zutritt in das Haus ermöglichte.

Damit war auch hier das Aufräumen am nächsten Tag gesichert. Denn die Zimmerbewertung war an jedem Morgen genauso selbstverständlich, wie das Lagerradio am Abend und das Reinigen der Duschen und Toiletten durch die Betreuer. An einem Morgen waren die großen Jungs bereit, den Betreuen diesen Dienst abzunehmen. Es war als Ersatz dafür gedacht, dass sie ihr Zimmer die ganze Woche nicht aufgeräumt hatten und somit zwangsläufig den letzten Platz bei der Zimmerbewertung belegt haben. Nachdem sie gelernt hatten, wie der Sicherheitsverschluss der Flasche mit dem Reiniger zu öffnen war, haben sie sich bemüht die Duschen und Toiletten sauber zu bekommen (der Videofilm beweist es).

Herzlichen Dank, Jungs. An diesem Tag wäre ich eigentlich mit dem Reinigen an der Reihe gewesen.

Im Gegensatz zu vergangenen Freizeiten gab es in diesem Jahr bereits direkt zu Beginn für jeden ein Geschenk. Wir hatten uns im Vorfeld überlegt, dass wir für jeden eine wunderschöne Mütze mit dem Aufdruck: Ellemeet 2001 und dem Bild einer Oase bedrucken lassen. Passend zum Thema unseres Etappenspieles. Die Teilnehmer bekamen eine rote, die Betreuer eine blaue Kappe. Nicht jeder machte mit dieser Mütze einen besonders intelligenten Eindruck, aber dafür waren sie ja auch nicht gedacht. Aber "Mützen schützen" und sind sehr auffällig. Egal ob beim Geländespiel, am Strand oder bei Fahrradtouren man konnte bereits von weitem erkennen, wer zu unserer Gruppe gehört und wer nicht. Daneben ließen sich die Mützen am Abschlussabend hervorragend tief in das Gesicht und über die Augen ziehen.

Hatte die 13 denn nun für die Freizeit und für die Jugend denn nun eine besondere Bedeutung? Das möchte ich so nun nicht behaupten.

Ich hatte aber dennoch den Eindruck, dass alle Beteiligten wieder viel Spaß hatten und sich in Ellemeet wohlgefühlt haben. Es herrschte eine gute Stimmung unter- und miteinander. Ich denke, dass ein Angebot an dem so viele Kinder teilnehmen können ein richtiger Weg der Jugendarbeit ist. Es macht Spaß zu sehen, dass ehemalige Teilnehmer ebenfalls bereit sind, Betreuerfunktionen zu übernehmen.

Ich danke "meinen" Großen, dass sie bereit sind mitzumachen und sich ebenfalls für diese Sache einsetzen. Lasst euch nicht unterkriegen!

Und was bedeutete die 13. Ferienfreizeit für mich persönlich?

Bereits im Vorfeld war klar, dass dies meine letzte Ferienfreizeit sein wird. Zum 01.10.2001 wechsele ich meinen Arbeitsplatz und damit verbunden auch meinen Wohnort. Dadurch ist es mir nicht mehr möglich, die nächste Freizeit vorzubereiten und daran teilzunehmen. Aber irgendwann muss ja auch mal Schluss sein. Und es gibt einige Leute in unserer Jugend, die genauso gut (wenn nicht vielleicht sogar noch besser) dazu in der Lage sind, ähnliche Freizeiten auf die Beine zu stellen.

Als ich irgendwann (besser gesagt vor 12 Jahren) damit angefangen habe, konnte ich mir niemals vorstellen, auch noch aktiv an der Freizeit im Jahre 2001 beteiligt zu sein.

Ich bin schon jetzt auf die Geschichten und Erzählungen der nächsten Freizeiten gespannt.

Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen, die durch ihre Mithilfe, ihren Einsatz und ihrer Motivation in den vergangenen Jahren den Freizeiten zu einem besonderen Ereignis verholfen haben.

Ich hoffe, dass es in den nächsten Jahren die gleiche Unterstützung und Mithilfe in dieser Gemeinde geben wird und ich hoffe genauso, dass immer viele Kinder bereit sind, sich auf das Abenteuer - Teilnahme an der Ferienfreizeit der katholischen Jugend St. Antonius - einzulassen. Ich bin der absoluten Überzeugung, dass es sich hierbei um aktive Jugendarbeit handelt. Alle Teilnehmer lernen und erleben hierbei fürs Leben.

Ich persönlich war immer wieder davon begeistert zu erleben, wie jüngere und ältere Teilnehmer und auch die Betreuer gemeinsam 14 Tage verbracht haben und ich beim Abendgebet am Abschlussabend nicht der einzige bin, dem beim "Nehmt Abschied Brüder..." Tränen in den Augen stehen und der wegen dem Kloß im Hals nicht weiter mitsingen kann.

So erst wieder geschehen in Ellemeet 2001, am 16.08.

 

Nach diesem gelungenen und wunderschönen Abschlussabend fällt der Abschied sicherlich doppelt schwer. Aber die Erinnerungen an 13 wunderschöne Ferienfreizeiten kann mir niemand nehmen und ich werde sie auch sicherlich nicht vergessen.

Viel Glück für das Jahr 2002 und für viele, viele zukünftige Ferienfreizeiten. Und noch eins - meine Hilfe ist jederzeit sicher.

 

 

Freisenbruch, September 2001  Dirk Filzen

 

 

aktualisiert am 01. Juli 2017

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