1999 Camperduin

 

 

 

Bericht über die 11. Ferienfreizeit der katholischen Jugend St. Antonius

Vom 16.-30.07.1999 nach Camperduin/Nordholland

 

Die vielen kleinen und großen Erdlinge, die sich am 16.7. in Camperduin angedockt haben, hatten alle die gleichen Absichten: jeder wollte sich in die salzige Flüssigkeit hinter den Hügeln hinter unseren Unterkunftskapseln stürzen, wenn der gelbe Planet am Himmel steht; uns bei leichtem Gebläse in den feinen Sand legen, das Leben genießen und vor allen Dingen viel Spaß in der Gemeinschaft mit den anderen Erdbewohnern haben.

Sehr schnell aber haben sich die Erdlinge zu kleinen und großen Aliens gewandelt, die sich auf einer Odyssee nach Ilusia befanden. Auf dieser Odyssee ging es unter anderem auch um die Jagd nach dem Hydroplasmaoxid. Dies war immer auch mit dem Hintergedanken verbunden, das Schwarze Imperium anzugreifen und zu schwächen wann und wo immer nur möglich. Und obwohl das Schwarze Imperium bis zum Schluss gekämpft hat und im Besitz des Hydroplasmaoxid geblieben ist; zum Ende konnten sich die Mitglieder nicht gegen die Auswirkungen der Kämpfe, der Umwelteinflüsse, der allgemeinen Anstrengungen und allgemeinen Müdigkeit wehren. Sie verloren das Hydroplasmaoxid und sie ereilte, wie alle großen und kleinen Aliens schon Tage zuvor, die unglaubliche Müdigkeit und Schlaffheit, wie nur selten zuvor. Gut, dass wir 14 Tage später wieder zurückgebeamt werden.

Wie deutlich zu erkennen, plaudern wir ein paar interne Geschichten der diesjährigen Ferienfreizeit aus. Es handelt sich bei der Einführung um den Inhalt unseres Etappenspie!s und die Auswirkungen einer solchen Fahrt. Zum elften Mal in Folge konnte die Jugend in unserer Gemeinde eine Ferienfreizeit vorbereiten und durchführen. Und zum elften Mal in Folge hatten alle Teilnehmer und Betreuer viel Spaß an dieser Fahrt. Natürlich war jeder auch wieder froh, zu Hause zu sein. Aber ein kurzes Hallo, Ausschlafen und Wäschewechseln hätte vielen, für eine anschließende Fortsetzung der Fahrt, ausgereicht. Aber da wir uns am Ende der Ferien befunden haben, war dies dann doch nicht möglich. Vieles hatten wir organisiert, vorbereitet und gekauft, so dass wir in diesem Jahr schon einen großen LKW benötigt haben, um unser Material auch nach Camperduin zu bekommen. Aber mit sehr viel Mithilfe und Unterstützung hat es in diesem Jahr geklappt.

Während der Vorfahrt und den Vorbesprechungsrunden hatten wir natürlich auch das Programm vorbereitet. So gab es bei einer "Sightseeing-Tour durch die Galaxie“ einer "Sternstaubenjagd" oder einem "Flizz & Fight durch den Weltraum" ausreichende Gelegenheit die nähere und weitere Umgebung kennenzulernen. Dies kam für die erste Etappe unseres Etappenspiels allerdings zu spät. Während die einzelnen Planetenbotschafter die Dünen durchqueren mussten, durften sie aber nicht von Mitgliedern des Schwarzen Imperiums angetroffen werden. Denn wer diesen in die Quere kam, wurde von ihren Lichtgeschossen getroffen und hatte keine Chance mehr, das Ziel zu erreichen. Wer getroffen wurde war als Botschafter völlig ungeeignet. Besonders spannend an diesem Spiel war, dass es erst stattfinden konnte, nachdem die Sonne untergegangen war. Es sind alle früher oder später am Ziel angekommen und einige der jüngeren Teilnehmer haben es sogar geschafft, nicht vom Schwarzen Imperium getroffen zu werden.

Die Konstruktion von dreidimensionalen Weltraumkarten, die fast alle den Transport nach Freisenbruch überstanden haben und nun im Jugendraum hängen, sowie der Bau von Raumschiffen am Strand haben, trotz mehrerer lautstarker Meinungsäußerungen über die Unmöglichkeit der Aufgabe (Hallo Uta) den Gegenbeweis gebracht, dass auch noch nach 5 Wochen Ferien etwas Kreativität vorhanden ist. Wichtig aber sich erst in die Aufgabe hineinzusteigern und dann Luft zu holen. Da gab es bei der Vorbereitung für den Revueteil der Weltraumcasinoeröffnung größere Probleme. Einige Teilnehmer sind wahrscheinlich jetzt noch mit der Aufnahme des Hörspiels beschäftigt (der Text liegt bei mir).

Es war schon ein sehr feierlicher Moment, als das "Qwarks“, unser Weltraumcasino, eröffnet wurde. Alle Aliens hatten sich ganz fein gemacht; selbst das Schwarze Imperium war nicht wiederzuerkennen. An den Spieltischen konnten Proberunde durchgeführt werden und man konnte an den dargebotenen Häppchen naschen. Nach der Eröffnung wurde das Buffet gestürmt. Zunächst wurde jedem eine klare klingonische Elementarteilchen Suppe gereicht. Danach folgten: herzhafte Meteoritenbrocken mit Milchstraßensauce; panierte goldbraun gebratene Borgohren; fein gewürzte UFOs (unbekannte Fleischobjekte) und köstliche bajoranische Planetengewächse. Dazu wurde ein lieblich süßer Ferengischneckensaft gereicht. Zum Abschluss gab es für jeden Milchstraßenschaum mit einem Hauch Sternenhagel. Es war genug für jeden und hatte insgesamt schon einen spacigen Rahmen. Ich persönlich fand den Nachtisch besonders gelungen. Im Normalfall würde jeder seinen Milchstraßenschaum mit einem Löffel essen. Nicht so bei uns. Im All gibt es keine Löffel (Glück für den Küchendienst). Bei uns gab es einen Strohhalm (natürlich für jeden). Es bedurfte intensiver Backenbewegungen den Becher auch wieder leeren zu können. Dies ganze ging ziemlich geräuschvoll von statten und war ziemlich witzig.

Besonders zu dieser Gelegenheit, aber nicht nur, hat unser Küchenpersonal auf sehr eindrucksvolle Weise demonstrieren können, was sie in den letzten Jahren alles bei uns gelernt hatten. Sie haben es wieder geschafft, trotz absolut unzureichender Möglichkeiten und Platzmangel, ein tolles Buffet vorzubereiten und alle Teilnehmer satt zu bekommen. Das war schon wieder eine super anerkennungswürdige Leistung (Manchmal überlege ich, ob es nicht vielleicht doch auch ein bisschen an der super Vorbereitung der Leiter gelegen... Nein, ich will es hierbei belassen, und mich ganz herzlich bedanken.).

Im anschließenden Revueteil gab es einige Programmpunkte, die sich mit dem Space beschäftigt haben. In einem Schattentheater wurde uns die Freundschaft mit einem Außerirdischen gezeigt, in Videofilmen konnten wir neues über das Leben von Außerirdischen lernen und auch in einer Theateraufführung wurde uns vom Leben auf einem anderen Planeten berichtet. Drei der "kleinen" Jungs von Zimmer 2 haben uns eine Playbackshow gezeigt. Nach einem Auftritt der Ärzte folgte die Gruppe Vengaboys mit dem Titel "Were going to Ibiza". Die Jungs hatten sich natürlich auch entsprechend verkleidet. Und so traten sie in Rock und Top auf und wirkten fast wie echt. Nur Alexi, äh, ich meine Alexa, hätte den Rock eigentlich lassen müssen. Denn es heißt schon in der Werbung:

"Sind sie zu stark - bist du zu schwach." (keine Angst Alexa mehr wird nicht veröffentlicht). Und so kam der, dem wir im letzten Jahr den "Vogel' zu verdanken hatten selber zu einem neuen Namen. Viel Spaß damit.

Natürlich fand auch abends wieder unser Abendgebet statt. Neben Texten aus Büchern haben wir mit eigenen Gebeten den Tag zusammengefasst, in Erinnerung gerufen und dafür gedankt. Die Fläche vor unserem Haus wurde schnell zum Lieblingsplatz, denn hier konnte man im Gras sitzen und es war lange nicht so warm, wie in unseren Aufenthaltsräumen. Während der hl. Messe, die unser Pfarrer mit uns gefeiert hat, sind wir im Haus ganz schön ins schwitzen gekommen. Doch mir hat die Messe sehr gut gefallen und zu unserem Thema "Ich möchte Danke sagen"" sind allen Teilnehmern viele Situationen eingefallen, für die ein Danke angebracht gewesen ist. Schön das solche Aktionen noch möglich sind und die Akzeptanz aller finden. Selbst ein Kanon oder ein wechselstimmiges Laudato si waren möglich. Wir haben uns darüber gefreut, dass unser Pfarrer zu uns gekommen ist und einige Tage mit uns verlebt hat. Es hat ihm, so glaube ich, gut gefallen und er hat in diesen Tagen auch viel Spaß und Freude erlebt.

Am letzten Abend erhielt jeder Teilnehmer, zum Abschluss des Themas, einen aufblasbaren Alien zur Preisverleihung des Etappenspiels. Das klingt ja nun wieder ganz einfach: Kiste auf, Aliens raus, aufpumpen, verteilen, fertig. Aber so ganz einfach war es dann leider doch nicht. Hier die Kurzfassung: Werbeprospekt mit Aliens erscheint im April, kurz besprochen, hinfahren, nicht mehr vorrätig, nachbestellt, nicht mehr lieferbar, rumgehört, jeder überall gesehen, hinfahren, nachfragen, nicht mehr da, Lieferung erst im August (lohnt sich nicht mehr), weiter rumfragen. Zufällig in Köln gesehen, hingefahren, gekauft, Glück gehabt, Kiste packen, LKW beladen, abladen, auf Abschlussabend warten, hoffen, dass es kein Flop wird, verteilen, fertig. So einfach geht das!

Bei unseren Tagesausflügen war, meiner Meinung nach, für jeden etwas dabei.

Das Highlight in, Freizeitpark Duinrell war die Wasserbahn. Wahlweise mit ohne Verdeck. Mit Verdeck hatte den Vorteil, dass man trockenblieb. War aber eigentlich langweilig, vor allem, weil es anschließend geregnet hat. Ohne Verdeck hatte man keine Wartezeiten, man war danach aber einfach nur nass und hatte unglaublich viel Spaß dabei. Leider sind einige unserer Kids natürlich mit allem, was sie vorher noch an trockener Kleidung hatten, in dieses Boot gestiegen. Es gab nur noch wenige Kleidungsstücke, die noch auszutauschen waren. Nun, ich gebe zu, dass hierbei schlecht betreut wurde.

Ansonsten ist von diesem Park nur zu berichten: keine besonderen Vorkommnisse.

In der zweiten Woche ging es nach Den Helder. Nach einer Führung durch Fort Kijkduin, ging es mit dem Linienbus (für ganz umsonst) in die City von Den Helder. Nach shoppen und Pommes essen, war anschließend noch eine Hafenrundfahrt angesagt. Gut, dass die Fahrt angemeldet war. So durften wir, obwohl als letzte am Anleger angekommen, als erste und einzige auf das Schiff. Die anderen Gäste konnten nur noch dumm gucken und mussten auf das nächste Schiff warten.

Wieder zurück in Camperduin, ging das allgemeine Chaos wieder los. Spannend war die Frage, ob wohl jetzt der Weg durch die Küche zu nutzen ist, oder ob doch wieder der Weg um das Haus zu nehmen ist, um ins Haus zu gelangen. Es war auf unserer Vorfahrt anders abgesprochen, aber es ließ sich dann doch nicht so umsetzen. Aber spätestens, nachdem der Küchendienst fertig war (hallo Vogel), war der Weg durch die Küche wieder frei.

Trotz Argumenten wie: "Ich war doch heute gar nicht im Wasser' oder der Gegensatz "Wieso muss ich duschen, ich war doch heute in der Nordsee", war auch dieses Jahr duschen für jeden angesagt. Zumindest einmal am Tag sollte man die Möglichkeit nutzen und Wasser an seinen Körper lassen.

Danach wurde der Arztkoffer geöffnet und Halsschmerztabletten, Hustentropfen, Mittelchen gegen Blasen und Brandblasen verteilt. Diese Mittelchen fanden in diesem Jahr wieder reißenden Absatz. Es folgten die Heimwehbonbons (für den einen oder anderen gab es auch schon mal ein Zweites) und dann konnte endlich das Lagerradio auf Sendung gehen. Jedes Zimmer war mit einer Lautsprecherbox ausgestattet und so konnte jeder den Grüßen, Wünschen und anderen Mitteilungen lauschen. Zu Beginn der Freizeit haben wir an einem Abend eine CD mit meditativer Musik eingelegt. "Diese, ich zitiere, "Musik war ja zum einschlafen". Na gut, haben wir so zur Kenntnis genommen.

Nach dem "Radio“ fanden sich die Betreuer nach und nach zur Betreuerrunde ein. Es galt, den nächsten Tag zu planen, den vergangen zu reflektieren, und noch jede Menge Dinge abzusprechen. Irgendwann war dann auch die Zeit, dass auch die Betreuer endlich schlafen gehen konnten. Trotz der Bedenken, dass die Freizeit zum Ende der Ferien stattgefunden hat, waren alle sehr schnell sehr müde. Unsere älteren Teilnehmer hatten zwar die größeren Reserven, dafür waren sie aber auch diejenigen, die Morgens nur unter Zwangsandrohungen aufgestanden sind. Einige von ihnen sind aber auch erst unter der Dusche wach geworden. Ein ähnliches Schicksal ist unserer Silke widerfahren, die tatsächlich versucht hat, Vogel dabei behilflich zu sein und mich, im Bette liegend, mit der Videokamera aufzunehmen. Die Folge war, dass sie ziemlich nass geworden ist. Und auf dem Videofilm ist nichts zu erkennen. Schade Silke! Es gäbe dann auch noch von einem sehr merkwürdigen Zwischenfall von Hamsterstreu zu berichten. Aber das lass ich lieber bleiben; obwohl ich auch jetzt noch, 2 Wochen nach der Fahrt, Reste dieses Hamsterstreus finde und dadurch regelmäßig an dieses Ereignis erinnert werde.

Trotz des nicht ganz so tollen Wetters, hatten wir dennoch Gelegenheit zum Strand zu gehen. Nicht nur zum Bau von Kommandozentralen, oder für unsere Strandolympiade. Ausgestattet mit Seeschlange, Gummibananen, Wasserbällen und diversen anderen Strandmaterialien haben wir einige schöne Stunden im und am Wasser verbracht. Das richtige Strandwetter hatten wir dann am letzten Tag, an dem wir packen mussten. Aber nachdem wir etwas schneller gepackt haben (hat man das den Koffern nicht angesehen?), haben wir uns alle (fast alle) am Nachmittag noch einmal in die Wellen gestürzt. Es war herrlich und wie jedes Mal, so kam auch an diesem Tag die Frage: "Wieso müssen wir denn schon zurück?“ Die Frage war sicher berechtigt. Auch wir Betreuer (fast alle) wären noch gerne am Strand geblieben. Aber schließlich hatten wir auch noch unseren Abschlussabend. An diesem Abend hatten wir, nach der Preisverleihung für das Etappenspiel und die Zimmerbewertung (oh, allein über die Zimmerbewertung könnte ich Geschichten schreiben) noch einmal die Gelegenheit uns bei unserem Küchenpersonal zu bedanken. Sie haben es erneut geschafft, in dem allgemeinen Chaos 14 Tage durchzuhalten (von den Abenden habe ich nicht viel mitbekommen) und uns dabei sehr gut zu verpflegen. Nur das zählt und wir wissen, was wir an ihnen haben. Auch den Betreuern galt ein besonderer Dank, denn auch sie haben die 14 Tage irgendwie durchgehalten und dabei fast immer ein offenes Ohr für die kleinen und großen Probleme gehabt. Wenn auch einige im nächsten Jahr nicht mehr mitfahren können, so will ich hoffen, dass wir im nächsten Jahr eine ähnlich gute Runde haben werden.

Nach dem Chaosspiel (ganz verstanden habe ich es immer noch nicht; aber ich konnte auch nicht dabei sein) führten die Betreuer auch noch ein Theaterstück auf: Grauwittchen und die 6 Zwerge. Warum ich darin das Grauwittchen darstellen musste, weiß ich bis heute nicht. Im Anschluss wurde der LKW beladen (mit deutlich weniger Kisten) und das Haus musste in seinen ursprünglichen Zustand versetzt werden. Der Rest der Nacht verlief sehr ruhig. Die Müdigkeit hatte gesiegt.

Es folgte das letzte Frühstück, einige Reisetabletten, in der Hoffnung die Rückfahrt ohne gefüllte Kotzbeutel zu überstehen und schon ging es Richtung Heimat.

Wenige Stunden später standen wir wieder alle, Gott sei Dank, in Freisenbruch vor unserer Kirche und hatten es wieder einmal geschafft. Ich hoffe, dass die Freizeit bei vielen in Erinnerung bleibt (mir ganz bestimmt) und das die vielen Erfahrungen, die man bei solchen Fahrten macht, nicht vergessen werden. Ich würde mich freuen, wenn viele auch im nächsten Jahr wieder mitfahren würden und bis dahin am allgemeinen Programm der Jugend teilnehmen.

Ich bedanke mich noch mal ganz ausdrücklich bei allen Mitarbeitern, Helfern und Förderern, die mitgeholfen und die Freizeit unterstützt haben. Ohne die Mithilfe von so vielen wäre eine Fahrt, in dieser Art und Weise, nicht möglich.

 

 

Dirk Filzen Bad Salzuflen, im Jahre des Herrn 1999

 

 

 

aktualisiert am 01. Juli 2017

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